Winterserie 6
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Winterserie 6 Braassemermeer 17.-18.03.2012
Mal ganz zu Anfang ein dickes DANKE an das Organistionsteam vom WV Braassemermeer - es ist jedes mal schön, dort zu segeln. Egal ob Hafenmeister oder Regattaleitung, so entspannt und gleichzeitig perefekt organisiert gehts nicht überall zu!
Wie schon im letzten Jahr bin ich mit dem Boot schon am Freitagnachmittag unterwegs und da sonst keiner am Kran ist, schiebe ich die "Jay2Play" auf den Trailerparkplatz. Morgen ist eh "Basteltag", denn wir haben neben neuen Segeln auch neue Wanten und Stagen, die erst einmal geriggt werden müssen. Dabei ist noch nicht ganz klar, wie das speziell beim Vorstag ausgeht...
Rückblende: Viele Wochen vorher schreibe ich reichlich Mails mit den Technikern und Vertrieb bei Hall-Spars in Amerika, um dort die Original-Teile zu bestellen. Interessanter Weise scheint OneDesign doch nicht so ganz OneDesign zu sein, denn die von mir gemessenen Längen der alten Teile passt teilweise so gar nicht zu den Längen, die man dort kennt. Also bleibt zum Schluss das etwas mulmige Gefühl im Bauch, ob alles gut geht. Was wirklich gut läuft ist die Zollabwicklung! Da hatte ich mit reichlich Amtsstress gerechnet, war aber nach nur 15 min mit meinem Paket wieder aus dem Zollamt - nicht schlecht gestaunt! Noch größere Augen bekomme ich allerdings ein paar Tage später, als ich zusammen mit einem Freund mal den Mast stelle - also bei mir im Büro auf dem Hof. Probleme müssen ja nicht am Tag des ersten Segelns auftauchen, da gibts eh genug zu tun! Achterstag ist völlig unkritisch, Wanten schauen echt gut aus - aber das Vorstag...passt ja mal gar nicht: viel zu lang! OK, "dranschneiden" ist noch schwieriger, aber mal eben 7-9 cm zu lang - der Vorstagsdurchhang ist ...ähhhh - gewaltig!!! Also ans Telefon und im Segel-Center-Frankfurt bei Eckhard Mikulski angerufen. Dort gibts eine Vorrichtung zum Walzen von Terminals und dank dem immer klasse Service, ist 2 Tage später das Vorstag um 7 cm kürzer. Mal schauen, wie es dann in Braassem ausschaut.
Zurück im hier und jetzt: Vorstag schaut auch gut aus, also die alte Länge ist wieder herzustellen und reichlich "Luft" im Spanner, so dass die Empfehlungen des neuen Trimmguides auch umzusetzen sind. Gesagt, getan, das neue Maß für die Vorstaglänge eingestellt und wieder große Augen bekommen - Mann das hängt ja immer noch rum wie eine Wäscheleine! Also nicht ganz so, aber das hat jede Menge lose drin... Wir messen und vergleichen, messen wieder und diskutieren. Wieder stellen wir fest, dass J-Segler freundliche Leute sind, denn kurz drauf haben wir sehr kompetente Hilfe am Steg stehen. John den Engelsmann, dieses Wochenende eigentlich mit einer Melges 24 unterwegs, hat unsere Gespräche mitbekommen. Unsere Messungen sind richtig und passen auch zu den Klassenregeln mit entsprechenden Maximalwerten. Wir trimmen also auf den mittleren Wind, den wir messen und gehen segeln.
Wow - das fühlt sich erst mal gut an! Den Fockholepunkt etwas versetzen, die Fallspannungen korrigieren, ja, die Segel stehen super! Karoline, Sophie und ich segeln verschiedene Windwinkel, stellen fest, wie sich die Segel miteinander verhalten und fahren unsere eigenen Testkurse durchs Wasser. Wir müssen uns erst wieder etwas koordinieren, was die Manöver angeht, aber am Nachmittag, nach guten 4 Stunden auf dem Wasser sind wir zufrieden zurück im Hafen. Dort wartet schon Ronald auf uns, mit dem wir verabredet sind, um mehr über seine Erfahrungen mit den QUANTUM-Segeln zu erfahren und so sind wir die nächsten eineinhalb Stunden damit beschäftigt, aufzunehmen was er uns berichtet. Das war sehr hilfreich für uns und vor allem haben wir festgestellt, dass wir die neuen Segel wirklich ganz anders zu trimmen haben, als die alten - der Unterschied ist enorm! Wir sind gespannt, wie wir das am Sonntag dann evtl. schon umsetzen können, denn dann ist deutlich mehr Wind angesagt! Nach einem heißen Kakao mit Sahnehaube, schließen wir unsere J ab und fahren ins Hotel. Eine heisse Dusche und ein gutes Abendessen runden den Tag ab!
Am Sonntagmorgen sieht es erst gar nicht so wild aus mit dem Wind - etwas stärker als Samstag, also ein paar kleine Umdrehungen auf die Wanten zusätzlich und das sollte gehen. Als wir draußen sind, nimmt der Wind sogar noch etwas ab und wir überlegen noch, ob wir nicht wieder etwas zurücktrimmen. Was dann passiert passt wieder zum Wetterbericht: der Wind legt Stück für Stück zu, der Schaum auf dem Wasser legt sich in lange Streifen und wir starten zur ersten Wettfahrt. Was am Anfang nach ein paar Böen ausgesehen hat wird noch etwas stärker und bleibt so. Jetzt ist zu wenig Zug auf den Wanten und uns fehlen ca. 85 kg zum erlaubten Crewgewicht. Also ist es nichts, mit sauberem Upwind segeln, denn wir werden immer wieder ziemlich auf's Wasser gedrückt. Ändern dürfen wir jetzt auch nichts mehr, also Augen zu und durch. Ist ja eh nur ein Test, für uns ist die Winterserie mit nur diesem Termin sowieso als reines Training geplant. Auf dem zweiten Vorwindgang geht dann eine Halse ziemlich daneben und wir verlieren fast unseren Spi. Das ist mir dann doch zu viel und wir besprechen kurz, was wir machen wollen. Die Entscheidung, abzubrechen und in den Hafen zu kreuzen fällt nicht ganz leicht, aber wir müssen erst mal unseren Riggtrimm wieder in den Griff bekommen und mit fast einem Drittel "Untergewicht" ist heute eh kein Blumentopf zu gewinnen...
Also bauen wir ab und kranen aus. Währenddessen kommen auch 3 von 9 Melges 24 in den Hafen und zwei oder drei weitere J folgen auch. Wozu das Material gefährden, es geht ja um nichts. Sophie und Karoline machen sich schon reisefertig, sie fahren später wieder mit dem Zug nach Hause. Ich verpacke derweil die J reisefertig und treffe John auf dem Trailerparkplatz. Kurz drauf sind wir schon wieder in ein Gespräch über Technik, Crewmanagement etc. vertieft. Später treffen wir Stan und Nadine von der "Jabbadabbadoo" im Clubhaus. Dort gibts die Siegerehrung für die gesamte Winterserie und nette Gespräche rund ums J-Segeln.
Das Ergebnis des Wochenendes ist für uns insgesamt mehr als perfekt! Wir haben zwar nicht so viel segeln können, wie wir gerne wollten, aber wir sind "aufgetankt" mit jeder Menge neuer Informationen, Ideen und einer Liste von Job's, die eine ganze Seite füllt. Jetzt wird die Stück für Stück abgearbeitet und wenn wir das nächste mal (leider erst) im Mai auf dem Wasser sind, ist die "Jay2Play" in Top-Shape!
...to be continued!
Thomas
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